Medizin und Evolution

Unter dem Titel "Kompromisse und Entschädigungen in Evolution und Gesundheit " organisierten wir am 1. Dezember 2015 die VII. Tagung in Evolutionsmedizin an der Universitätsklinik La Princesa, Madrid. Vor einem vielfältigen Publikum in gesundheitsorientierten berufen, wie Allgemeinmediziner, Fachärzte in verschiedenen Bereichen, Biologen, Psychologen, Krankenschwestern und Studenten, wurden gelichfalls sieben multidisziplinäre Vorträge vorgestellt. Die Präsentationen berifen sich auf das biologische Konzept des "Trade-off", ein Prinzip, das die Unmöglichkeit beschreibt, an einem Merkmal Vorteile zu erringen und zu investieren ohne einen Preis dafür zu zahlen.

Alvaro Daschner, Allergologe an disem Krankenhaus und zusammen mit Maria Jose Trujillo Tiebas und Jose-Luis Gomez Perez Koordinator der MedEvo Plattform, machte die Einführung in das Konzept des "Trade-off" und arläuterte Beweise über die Tatsache, dass Medizin und Gesundheitswesen grosse Sprünge in der Erradikation oder Besserung von Krankheiten (meisst infektiöser Natur) erlangt aber andere Erkrankungen, wie chronisch-entzündlichen, tauchen vor allem in Industrienationen auf.

Der folgende Beitrag der Biologen Juan Carlos Alvarez Ruiz und Angel Perez Menchero erläuterten die Unmöglichkeit der optimalen Gestaltung von Mermalen in der Evolution, zurïckzuführen auf ein sich ständig wandelndes Umfeld und die notwendige Weiterentwicklung der Charaktere.

Juan Moreno Klemming, vom Museo Nacional de Ciencias Naturaleserklärte die Gründe für die Seneszens, und kam zu dem Schluss, dass Altern wäre ein Merkmal, dass nicht von Mechanismen der natürlichen Selektion beeinflusst wird.

Maria-Jose von de Fundación Jiménez Díaz viele Beispiele von Erbkrankheiten, bei denen die Frequenz rezessiver Allele in der Bevölkerung aufrecht erhalten bleibt, weil adaptive Vorteile heterozygoter Individuen aufrecht erhaten werden auf  Kosten von Personen mit letalen Krankheiten. Sie wies insbesondere auf die Tatsache hin, dass jüdische Ashkenazy, obwohl sie nur 0,25% der Weltbevölkerung ausmachen, 29% der Nobelpreise ausmachen. Interessanterweise leidet diese Population an mehreren neurologischen Erbkrankheiten, wie die der Ansammlung von Sphingolipiden, Hauptkomponente der Myelinproteine, und Bestandteil der Axone, die eine schnelle Übertragung von Nervenimpulsen ermöglichen.

Im zweiten Teil der Tagung erklärte Ana Barabash, vom Labor für Endokrinologie der Universitätsklinik San Carlos, mehrere Hyothesen antagonistischen Pleiotropie des ApoE4 Allels, welches ein wichtiger Risikofaktor für die Alzheimer-Krankheit und Herz-Kreislauf- Erkrankungen ist, und wahrscheinlich eine erhebliche Prävalenz in Populationen aufrecht erhält durch selektiven Vorteilie im gebärfähigen Alter.

Der Psychiater Eduardo Barbudo Vm gleichen Institut zeigte wie Fettleibigkeit und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Kontext mögliche geerbter Vorteile auf anderen Ebenen erklärt werden können.

Schließlich erläuterte Francisco Abad, Facharzt für Pharmakologie am einladen Krankenhaus die Methodik klinischer Studien, um schlieeslich eine Debatte einzuführen über mögliche Verbesserungsvorschläge, um die Auswirkungen von Medikamenten an Individuen beurteilen zu können.

Während der anschliessenden Debatten wurde die Notwendigkeit klar, die gegenwärtige Rolle biologischer Merkmale zu interpretieren in Bezug auf mögliche Populationsgeschichte und sich ändernde Umwelteinflüsse. So können Gründe gefunden werden, die bestimmte Symptome oder die Herkunft bestimmter Krankheiten erklären, die die moderne Medizin jetzt behandelt. Darüber hinaus wurde deutlich, dass, während deer behandelnde Arzt versucht, Lösungen für ein Individuum zu finden, eine evolutionäre Interpretation die Bevölkerungsebene als Ganzes berücksichtigt.



Am 20. Januar 2015 organisierten wir unser VI. Tagung mit dem Titel:

Zusammenfassung nach dem Ablauf der Tagung:

Unsere VI. Tagung für Evolutionäre Medizin unter dem Titel "Persönlichkeit und Verhalten: Die Grenzen zwischen Normalität und Krankheit. Eine evolutionäre Perspektive" handelte von neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen und wie genetische oder umweltbedingte Faktoren einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität der Menschen und ihre Familien haben.

Der Tag begann mit der Konferenz "Neurodegenerative Erkrankungen in der Evolutionsdebatte", die von Victor Volpini gehlaten wurde und wie diese Krankheiten im Erwachsenenalter in der Postfortpflanzungsperiode auftreten. Er sprach vor allem von Ataxien und deren beteiligte Gene und erklärte das Konzept der "Sprandels", einem von Stephen Jay Gould und Richard Lewontin 1979 eingeführter Begriff, der sich in der Evoluionsbiologie auf die Merkmale oder Elemente bezieht, die nicht als Folge der biologischen Anpassung aufgetacucht sind, aber als Folge der Entstehung von anderen Anpassungen durch natürliche Selektion. In seinen Schlussfolgerungen erklärte er, dass neurodegenerative Krankheiten charakteristisch sind für eine lange Lebenserwartung und in früheren Zeiten selten gewesen. Der mögliche Anpassungswert der Langlebigkeit bei Frauen könnte bei Männern als "Sprandel", meiotisch geerbt worden sein .

Juan José Carballo und Clara Isabel Gomez Kommunikation "Ist die Hyperaktivität ein modernes Leiden?" vertifete sich in die Epidemiologie, Ätiologie und Erblichkeit, sowie der möglichen adaptativen Vorteile von ADSH. Angesichts der hohen Prävalenz (5-10%) und weltweiten Verbreitung der ADSH, ist es unwahrscheinlich, dass eine "Störung" in der menschlichen Spezies so weit verbreitet ist, wenn nicht positiv selektiert.

Das 7-DRD4 Allel des Gens D4 -Dopaminrezeptor, der am meisten untersuchte Genkandidat in ADSH hat man Allelform mit positiver Selektion beschrieben. Das Vorhandensein dieses Allels wurde mit dem Persönlichkeitsmerkmal des Neugierverhalten in Verbindung gebracht worden, und seine Präsenz verleiht ein genetisches Risiko zwischen 25-50% für die Entwicklung von ADSH. Individuen mit solchen Eigenschaften werden in einer sesshaften Bevölkerung leicht ausgegrenzt, während das Auftreten bien Nomaden mit Erfolg verbunden sein kann. Es wurde festgestellt, dass es eine positive Korrelation gibt, wenn wir uns die aktuelle geografische Verteilung des Allels DRD4-7R vor Augen führen, das seltener ist in stabilen Populationen wie in Asien ist, aber hoch in Populationen mit hohen Einwanderungen, wie in Amerika.

Antonio José Cabranes in seinem Beitrag "Übergewicht? Biologie, Nährstoffe und Emotionen", erläuterte wie das biologische System versucht, Gewicht in Homöostase zu halten und wie dieses genetischen und umweltbedingte Faktoren unterliegt. Er sprach von der Erblichkeit der Fettleibigkeit und der beteiligten Gene und wie Stress früh im Leben die Entwicklung der HPA-Achse beeinflussen kann (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren) und die Regulation von Hormonen auf lange Zeit ändern kann, die mit Hunger / Sättigungsgefühl und Verhalten verbunden sind. In seinen Überlegungen stellten er die Existenz eines "kritischen" Zusammenhang zwischen Stressfaktoren und durch Ernährung induziertes Übergewicht. So stellte er zum Beispiel eine übermäßige Aufnahme von "schmackhaftenLebensmitteln mit dem Begriff der "Belohnung" in Verbindung, wenn Sie nicht die typische Reaktion von "Kämpfe oder fliehe" auf ein Gefahrenreiz einstellen kann..

Nach der Pause spach Pedro García Ruiz-Tang mit einem Vortrag unter dem Titel "Morphologische evolutionäre Veränderungen im Gehirn und Bewegungsstörungen. Was haben wir erreicht und mit welchem Preis?" Er untersuchte die Veränderungen im menschlichen Gehirn in den letzten Jahrtausenden und wie diese Änderungen auf Bewegungsstörungen, wie bei Defizite (Neurotransmitter (Parkinson)) oder Dystonien bezogen werden können. Viele dieser Erkrankungen gibt es nur beim Menschen und in Bezug auf die spezifische evolutionäre Entwicklung des Parkinson, mit einer hohen Prävalenz (1% bei Patienten über 70 Jahre) oder dem kulturellen Umfeld wie bei Dystonien. Die Parkinson-Krankheit, bei denen es einen Mangel des Neurotransmitters Dopamin gibt, kann man von der Sustantia nigra ohne ausreichende Grössenänderung in Bezug auf ein viel größeres Ausmaß an Innervation von anderen Bereichen ausgehen. Die dystonische Muskelkontraktion wird in einer abnormalen Stellung induziert. Eine hoch repetitive Aktion kann die berufliche Dystonie verursachen. Es wird geschätzt, dass einer von zehn Musikern mit einer professionellen Dystonie endet, die ihrem Beruf weiterhin verhindert.

Im nächsten Vortrag vertedigte Estrella Gomez Tortosa mit ihrer Mitteilung "Klinische und genetische Korrelationen von Degenerative Demenzen" den Begriff der Demenz als globaler und erworbenen Rückgang intellektueller Fähigkeiten, und verwies auch darauf hin, dass zwischen 30 und 50% der degenerative Demenzen, wie Alzheimer, mit erblich bedingt sind mit einer Vielzahl von bekannten Genen in Verbindung stehen, und deren verschiedene Allele mit unterschiedlichen Phänotypen von Demenz in Verbindung gebracht werden. Wiederum scheint die menschliche Langlebigkeit als ein Risikofaktor für das Auftreten von solchen Krankheiten.

Schließlich präsentierte Enrique García Baca mit dem Titel "Stimmungskrankheiten. Evolutionäre Vorteile versus Nachteile" über die Depressionen, die mit einem Anspruch auf Pflege und Rücksicht von anderen Artgenossen in Verbinndung gebracht werden kannerson sein kann, und deren hohen sozioökonomischen Kosten. Er spach über die Angst und ihrer möglichen adaptiven Wert, sowie über bestimmte Arten von saisonalen Depressionen, die in vergangenen Perioden für die Bevölkerung von Vorteil gewesen sein könnte, da sie die Aktivität in Hungerzeiten reduzierte..

In den Debatten wurde diskutiert, dass die Evolutionsmedizin ein möglicher Weg könnte, um neue Forschungsideen aufzudecken und dass bestimmte Krankheiten Fehlanpassungen auf die aktuelle Umgebung sein könntenDie Zephalisation (ein unverwechselbares evolutionäres Merkmal der menschlichen Spezies) zusammen mit Langlebigkeit (die effiziente Übertragung von Kultur, auch charakteristisch für die Gattung Homo-sapiens) geht einher mit Anfälligkeit auf bestimmte Krankheiten als zu zahlender PreisKlinische Beispiele wurden erörtert und eröffneten die Diskussion über die mögliche praktische Anwendbarkeit der in den verschiedenen Vorträgen vorgeschlagenen Ideen, wie der mögliche positive Einfluss der Prävention von einigen neurodegenerativen Erkrankungen durch Bewegung oder angemessene Ernährung.



Im Jahre 2014 organisierten wir unseren 5. Zyklus:
und haben unseren zweiten Band herausgegeben:
 

Am 3. Dezember 2013 fand V. Tagung über Evolutionsmedizin in Madrid (Spanisch) statt:
Evolutionsmedizin herausgefordert: Anpassungsniveaus und Krankheit  
 

Die Eröffnungstagung: Evolutionsmedizin und ihre Anwendung in der Allergologie und Immunologie vom 2. Dezember 2009 im Universitätskrankenhaus La Princesa in Madrid ist mit viel Interesse aufgenommen worden. 120 Teilnehmer verschiedener Fachgebiete der Medizin und Biologie kamen, um die 8 Wissenschaftler anzuhören, die ihre Arbeitslinien im evolutionärem Kontext erklärt haben: José Enrique Campillo Álvarez, Autor von "El mono obeso" sprach über das metabolische Syndrom und seinen Bezug zum "thrifty genotype". José Luis Gómez Pérez erörterte die basalen Mechanismen der Evolution. Labib Drak sprach über die Evolution der Gattung homo und von verschiedenen Funden der Paläopathologie. Maria-José Trujillo gab viele Beispiele von genetischen Krankheiten, die durch heterozygotischen Vorteil entstanden sein können.
Im zweiten Teil, sprach Silvia Sánchez-Ramón von der evolutionären Perspektive der immunologischen Erkennung und der Rolle der adaptativen Inmunität  als Antwort auf den adaptativen Vorteil, den Mikroorganismen besitzen. Alvaro Daschner erörterte einige existierende Hypothesen in Bezug auf die Epidemie allergischer Erkrankungen una gab uns seinen eigenen Standpunkt über den möglischen Vorteil del Urtikaria oder Anaphylaxis im Kontext der gastro-allergischen Anisakiasis (akuter Befall durch den Parasiten Anisakis simplex). Carmen Cuéllar der Hoyo sprach über Ko-evolution zwischen Parasiten und dem Menschen und erörterte eine grosse Anzahl von Evasionsstrategien der Parasiten. Die letzte Berichterstattung hielt Teresa Alarcón Cavero, die mit grosser Klarheit die evolutionäre Perspektive der aktuellen H1N1-Grippe erklärte.
 
Die anschliessenden zwei Debatten waren sehr aufschlussreich dank der hervorragenden Exposition aller Referenten, die es ermöglicht haben, das Interesse und die Neugierde des Publikums zu stimulieren.
Eines der Gegenstände dieses Meetings war das Interesse an der Möglichkeit zukünftiger Aktivitäten im Bereich der Evolutionsmedizin (Darwinistische Medizin) zu erkunden. Dies ist im Vollen erfüllt worden, nicht nur wegen der grossen Anzahl des Publikums, sondern auch wegen des allgemeinen Interesses, welches während der Tagung gespürt wurde, so dass wir in Zukunft weitere Themen und Aktivitäten anzubieten versuchen
 
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Alvaro Daschner